Domgottesdienst

für Karnevalisten in der Hohen Domkirche zu Köln am 10. Januar 2019

In Köln gehören Kirche und Karneval untrennbar zusammen. Daher holt sich auch das Kölner Dreigestirn in jedem Jahr für eine erfolgreiche Session den Segen von ganz oben im Kölner Dom ab. Und mit ihnen mehrere tausend Jecken. Die Besucher sind immer wieder begeistert von der „Balance aus Andacht und Frohsinn, Gebet und kölschen Liedern“. Die Mischung macht’s, karnevalistische Elemente, aber keine Karnevalssitzung. Darin genau besteht in jedem Jahr die Kunst für alle Verantwortlichen, aus einem ökumenischen Wortgottesdienst in Kölns Kathedrale keine Sitzung zu machen. Und dennoch haben karnevalistische Elemente in dieser Andacht, zu der traditionell die katholische und evangelische Kirche gemeinsam einladen, auch ihren Platz. Schmunzeln, schunkeln zum Kölsch-Klassiker „Am Dom zu Kölle“ oder applaudieren bei einer besonders guten Pointe, das gehört einfach mit dazu und sorgt für eine ganz eigene Heiterkeit, die diesem alljährlichen Gipfeltreffen der mehreren tausend Jecken im Vorfeld der Sessionseröffnung eine besondere Note gibt.

Wenn zu Beginn der heiligen Messe die Tanzpaare und die Standartenträger in den Dom einziehen, dann ist Gänsehaut pur angesagt. Der Einzug der Fahnenabordnungen wurde gesanglich durch den Jugendchor St. Stephan untermalt. Mittendrin auch Frank Junkersdorf, der Plaggenträger der Gesellschaft, das Tanzpaar der JTG „Kölsche Greesberger“, Amelie und Lennard Grüttner, Marie Kracht und Nico Petzold von der TG „Kölsche Greesberger“ sowie Michael Bier und Georg Steinhausen, die die Standarten der Tanzgruppen trugen.

Nach dem Einzug der Fahnenabordnungen erfolgte die Liturgische Eröffnung durch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Danach folgte ein bestimmtes Ritual, das Segnen und Entzünden der Sessionskerze, deren Symbole das Kinderdreigestirn – Prinz Linus I., Bauer Adrian und Jungfrau Philippa – Gastgeber Kardinal Woelki genau erläuterte. Symbolhaft wird diese Kerze die Karnevalszeit erleuchten, sie wird bis Aschermittwoch am Dreikönigenschrein brennen. Die Besucher im Dom können so während der gesamten Session den Bezug zum Karneval spüren.

Im Anschluss folgte die Lesung durch FK-Vorstandsmitglied Bernd Höft. Das Evangelium sprach Pfarrer Gebhard Müller vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region und die Predigt erfolgte durch Erzbischof.

Vor der Kollekte und Gabenprozession wurde gemeinsam das Lied „Unser Stammbaum“ (Musik und Text H. Knipp, Bläck Fööss) gesungen. In diesem Jahr geht der Erlös der Kollekte an die Kirche San Giovanni Maria Vianney in Rom, der Titelkirche von Kardinal Woelki.

Weil Vertreter vom Festkomitee und das Kölner Dreigestirn den Kardinal in der 3. Kalenderwoche nach Rom zum Papst begleiten dürfen, bedankte sich der Festkomiteepräsident, Christoph Kuckelkorn, mit einem besonderen Geschenk: einer Stola, bestickt mit dem „Vater unser“ auf Kölsch und den Flicken eines Lappenclowns. Ein zweites Exemplar des Unikats ist als Gastgeschenk für den Heiligen Vater gedacht. Dieser Besuch beim Papst Franziskus macht die diesjährige Session schon jetzt zu etwas ganz besonderem.  Dass das Kölner Dreigestirn an einer Audienz beim Papst teilnehmen darf, ist eine unglaublich hohe Wertschätzung für den Karneval in Köln.

Aber auch für den Kölner Karneval typische Gaben – eine Narrenkappe, der Motto-Schal, ein Gebetbuch, ein Korb mit Leckereien und auch ein Pittermännchen – wurden dem Erzbischof von einer Gruppe Nachwuchskarnevalisten mit den entsprechenden launigen Kommentaren überbracht.

Nach den Fürbitten und dem Grußwort von Stadtdechant Monsignore Robert Kleine sowie der Danksagung durch Christoph Kuckelkorn, folgte das Schlussgebet und der Segen durch den Erzbischof.

Die Tanzpaare und die Standartenträger zogen dann wieder unter den Klängen des Schlussliedes „Am Dom zu Kölle“ zurück zum Ausgang und waren glücklich darüber, diesen in seiner Form einzigartigen Gottesdienst zusammen feiern zu dürfen.                       GS

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