Lachende Kölnarena 2019

 

 

Lanxess Arena, 16. Februar 2019

Für viele Kölsche ist es immer noch unglaublich – aber es ist wahr! Die Lachenden Hallen wurden von einem waschechten Bayer ins Leben gerufen. Der legendäre Otto Hofner, am 14. August 1915 in der bayerischen Landeshauptstadt München geboren, war der Erfinder der Lachenden Hallen. Mit seiner Konzert- und Gastspieldirektion war er schon seit vielen Jahren erfolgreich, da kam ihm die Idee, die besten Karnevalskünstler in einer großen Halle zu vereinigen – und mit diesem Konzept sorgte er für eine Revolution. Eine Erneuerung die bei den etablierten Karnevalsgesellschaften zunächst nicht auf besonders viel Zustimmung stieß. Auch die erste Lachende Sporthalle im Jahr 1965 in Köln wurde zunächst noch kritisch beäugt. Doch Hofner blieb sich treu und der Erfolg gab ihm letztendlich recht. Die fröhlich-jecken Veranstaltungen wurden schnell zum Publikumsmagneten und Kult bei den Karnevalsfreunden. Das Konzept von Otto Hofner wurde letztendlich vom Publikum angenommen.

Aufgrund der großen Kartennachfrage wurde 1999 die Lachende Sporthalle in die neu gebaute Kölnarena verlegt. Hier entwickelte sie sich unter Otto Hofners Nachfolger Eberhard Bauer-Hofner zur größten Karnevalsveranstaltung in Deutschland.

Für die Kölner Karnevalsjecken ist es Kult geworden: Insgesamt 15 mal in der Session gibt es diese Veranstaltung. Wenn auf den Straßen und in den Sälen „Alaaf“ gerufen wird, dann herrscht bei der „Lachenden Kölnarena“ ausgelassene Stimmung, eine Mega-Party und beste Laune. Bunt kostümierte Menschen machen sich gut bepackt mit Kühltaschen und Picknickkörben auf den Weg zur XXL-Karnevalsparty. Dort werden dann Frikadellen, Gürkchen, Käsewürfel und Kartoffelsalat ausgepackt und so manches Pittermännchen angestochen. Sechseinhalb Stunden dauert die Karnevalssitzung, die traditionell mit dem Rundmarsch der Veedelsvereine und des Dreigestirns beginnt. Die einzelnen Gruppen wurden beim Einmarsch mit „Dreimol Kölle Alaaf“ von der Moderation begrüßt.

Auch in diesem Jahr wurde der Elferrat durch die G.K.G. Greesberger gestellt. Einige Mitglieder können sich noch daran erinnern, als uns Eberhard Bauer-Hofner im September 2009 zum ersten Mal die Gelegenheit gab, dort in der riesigen Eventhalle an Weiberfastnacht 2010 die Narren beim 6-stündigen Karnevals-Marathon zu begleiten. Das war eine tolle Überraschung und ein einmaliges Erlebnis. Inzwischen hat sich schon eine gewisse Routine eingestellt. Unser Präsident musste am Samstagabend seine Funktion als Präsident der Greesberger etwas in den Hintergrund stellen. Die Leitung des Elferrats und die Moderation der Veranstaltung übernahm das Vorstandsmitglied des FK Markus Pohl.

Sehr erfreulich war an diesem Abend auch, dass unsere Jugendtanzgruppe „Kölsche Greesberger“ gemeinsam mit der Tanzgruppe Kajüte Müsjer ein lebendiges Bühnenbild darstellen durfte. Nach dem Auftritt ging es dann für alle Tänzerinnen und Tänzer auf die 5. Ebene der Arena, um dort in einer Loge gemeinsam den gesamten Abend zu verbringen. Für die JTG wurde schon Wochen vor Beginn der Veranstaltung eine VIP-Lounge gebucht. Die Kinder und Jugendlichen fühlten sich pudelwohl und kamen sich vor wie Königskinder.

Auch für die Karnevalskünstler ist es immer ein Ereignis hier aufzutreten. Auf der Bühne in der Lachenden Sporthalle oder auch in der Lachenden Kölnarena haben seit 1965 Künstler auf der Bühne gestanden, die die meisten Jecken gar nicht mehr kennen, z.B. Kurt Lauterbach, Prawda Reporter, Dotz un Dötzchen, Horst Muys, Rheinmelodiker, Renate Fuchs, Wolfgang Reich und viele andere. Auch unser ehemaliges Tanz- und Musikkorps „Die Kölner Torwache“ war mal ein Teil des Programms.

Dafür sind es heute Künstler wie Kasalla, Domstürmer, Cat Ballou, Klüngelköpp oder Querbeat, die die Jecken in die Lachende Kölnarena locken. Bis zur Pause standen im Rampenlicht 5 Jraad, die Bläck Fööss, Klaus & Willi, Et Klimpermännchen, um hier nur einige zu nennen.
Nach der Pause ging es ebenfalls wieder Schlag auf Schlag weiter: Marita Coellner, Brings, Kölner Rheinveilchen, Micky Brühl Band und, und, und.
Unter dem Hallendach baumelten bunte Luftballons und der auf 22 Mann vergrößerte große Rat der Greesberger schunkelte im Takt. Der Elferrat war mit Leuchtgerätschaften ausgerüstet, die je nach Musikdarbietung rhythmisch in Bewegung gesetzt wurden. Ein tolles Bild bei der abgedunkelten Arenabeleuchtung. Sitzen war kaum möglich und auch nicht erwünscht. Eine Zeitlang standen wir auch auf den Stühlen. Das war für einige Elferratsmitglieder schon eine gymnastische Höchstleistung. Ein kräftiger Scheinwerferstrahl durchschneidet zeitweise die Dunkelheit und verwandelte so manchen Jeck in eine Lichtgestalt. Vor der Bühne war der Andrang groß. Dort tummelten sich Froschkönige, Teufel oder Clowns dicht gedrängt, um möglichst ganz nah bei ihren Idolen zu sein. Es hielt schon lange keinen mehr auf den Stühlen. Weit nach Mitternacht stand noch das Tanzcorps der StattGarde Colonia Ahoj e.V. auf der Bühne. Die Arena tobte. Als letzte Programmnummer wurden vom Sitzungsleiter Markus Pohl dann noch die Höhner angesagt. Zum Schluss wurden die Netze der Luftballons am Arena-Himmel gelöst und diese glittten dann in einer bunten Farbenpracht den ausgelassenen Jecken entgegen. Allerdings überlebte nur jeder zweite Ballon den freien Fall auf die Jecken.

Beim Ausmarsch wurde jeder einzelne von uns von Eberhard Bauer-Hofner mit Handschlag und den Worten „Bis nächstes Jahr!“ verabschiedet.
Dann war nach ca. 6 Stunden Mammutprogramm die Veranstaltung vorbei. Der kölsche Fasteleer ist schon etwas ganz Besonderes. Er ist sozusagen der „Himmel auf Erden“, denn unter der Narrenkappe sind ja auch alle gleich.                                                           GS

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